Bleistiftspitzmaschinen - 
Ein kurzer historisch-mechanischer Überblick
Von Jürgen Moser, Dietikon
Mittlerweile sind sie nicht nur büro-, sondern geradezu salonfähig, wenn nicht gar museumswürdig geworden. Und sie haben ihren Status als dekoratives Beiwerk neben den bewunderten Schreib- oder begehrten Rechenmaschinen endgültig verloren und – was insbesondere die grosse Aufmerksamkeit auf dem internationalen Parkett manifestiert – an Prestige tüchtig zugelegt. Ja, die Rede ist hier und heute von den ebenso raren wie raffinierten Bleistiftschärfmaschinen, den pencil sharpeners, den machines à tailler les crayons, den potloodslijpmachinen oder wie man sie auch immer nennen mag. 
Und ihre Aufgabe ist seit eh und je so nützlich wie angenehm: Einen Bleistift von seinem Holzmantel befreien und ihn, wenn immer möglich, auch mit einer feinen Spitze versehen. Einer Spitze, die ihrerseits der schreibenden Person eine schöne oder zumindest saubere Schrift garantiert. Und ausserdem soll das spitzende Gerät während des Spitzvorganges die Hände des Schreibenden nicht beschmutzen. In diesem Sinne blieb die maschinelle und damit effizientere Herstellung einer guten Stiftspitze, ohne dabei die Mine abzubrechen, während Jahrzehnten das erklärte Ziel und eine herausfordernde Beschäftigung von Dutzenden von Erfindern und Ingenieuren. Entsprechend wurden die Hersteller und Lieferanten ihrerseits nicht müde, in Annoncen und Artikeln zu versprechen, dass ihre neue Konstruktion auch den hygienischen Anforderungen genüge und keine graphitverschmierten Finger beschere.
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Erste Spitzhilfen

(Patentnummer 1825)
Nimmt man europäische oder amerikanische Patentschriften als Indiz, so darf man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass bis in die achtziger Jahre des vorletzten Jahrhunderts die Bleistifte – wie ehemals die Federkiele – vorwiegend mit einem kleinen Messer zugespitzt wurden. 
Die erste „Vorrichtung zum Bleistiftspitzen – Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Januar 1878 ab“, bestand denn auch lediglich aus einer Hülse resp. einer Haltevorrichtung, in welcher der Stift, während er mit einem Messer zugespitzt wurde, gedreht werden konnte.
Eine einfache Alternative zu den Bleistiftmesserchen waren gelegentlich gusseiserne Tischklemmen, die mit einer Klinge bestückt waren und an einer passenden Platte festgeschraubt wurden. So fixiert, konnte der Bleistift einhändig und ohne grossen Kraftaufwand über die Klinge gezogen und leicht geschärft werden. 
In welchem Zeitraum allerdings solche Klingenhalter hergestellt und in welchem Ausmass diese verbreitet wurden, bleibt aufgrund fehlender Patentschriften oder einschlägiger Inserate spekulativ. Trotz wachsender maschineller Konkurrenz fand die manuelle Tradition des Bleistiftspitzens auch im ersten Dezennium des 20. Jahrhunderts nach wie vor ihre Anhänger. 
Vor allem zwei Klingenschaber erfreuten sich, nicht zuletzt wohl wegen des ansprechenden Preises, eines guten Absatzes: Das sogenannte Rockford Pencil Knife (1906), das als technische Neuerung nunmehr immerhin  einen automatischen Drehmechanismus für den  Bleistift anzubieten hatte Sowie der Little Shaver (1904) welcher nebst einer Klingenführung wenigstens eine Bodenschale für die abgeschabten Späne besass. 
Waren es bis 1884 nur etwas mehr als eine Handvoll Patente, die einen ersten und durchaus noch zaghaften Versuch darstellten, von dieser manuellen Art des Spitzens endgültig loszukommen, setzt jedoch ab diesem Zeitpunkt eine signifikante Häufung von Erfindungen ein, die von einem verblüffenden Innovationsgeist und einer enormen Experimentierfreudigkeit zeugt. Welche technischen Errungenschaften, wirtschaftlichen Gegebenheiten oder schlicht materiellen Voraussetzungen einen derart fruchtbaren Nährboden für diesen Aufbruch schufen, mögen HistorikerInnen an andern Orten erläutern: Festzuhalten bleibt hier indes das Faktum, dass vor knapp 120 Jahren, wie in vielen andern Bereichen, auch in diesem peripheren Sektor eine globale Tendenz der Mechanisierung stattfand und laufend neue Geräte und Maschinen in Produktion gingen.
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Schleifende Spitzmaschinen
Einer der frühesten und wahrlich auch robuster Zeuge ist der 1886 patentierte GEM, ein Bleistiftspitzer, der sowohl durch seine Unverwüstlichkeit als auch seine Zweckmässigkeit besticht. Dieses gusseiserne Gerät, hergestellt von Gould & Cook, besteht im Wesentlichen aus einer rotierenden Scheibe, auf der ein Stück Sandpapier befestigt wird.  Durch das Drehen der Kurbel werden Scheibe und Bleistift gleichzeitig in Rotation versetzt und der Bleistift kann mit sanftem Druck an die Schmirgelpapierscheibe herangeführt werden.
Dieses mechanische Schleif- oder Schmirgelverfahren findet sich wieder bei der wesentlich leichter und billiger fabrizierten, dafür heute umso selteneren Chelsea, welche um 1910 von der gleichnamigen Firma auf den amerikanischen Markt gebracht wurde. 
Ferner kam das Prinzip in den dreissiger Jahren wieder bei einem schweizerischen Fabrikat zur Anwendung, dem sogenannten BUCO resp. dessen Nachfolgerin DIMA. Bei diesen schweizerischen Modellen, die allerdings nur ein unbedeutendes Nebenprodukt einer Uhrenfabrik, der Tavannes Watch Co.S.A. waren, wird – im Unterschied zu den amerikanischen Erfindungen – die rotierende Scheibe behutsam an den Bleistift herangeführt.  
Ein eigentliches Kuriosum unter den Schleifmaschinen wiederum ist die äusserst rare, dafür  mehr-pfündige Peerless. Dieses gusseiserne Ungetüm, das vermutlich anfangs des letzten Jahrhunderts in den Handel kam, verfügt über ein breites Schleifband, welches auf einem eisernen Rad festgespannt wird. Damit entsteht gleichsam ein Schleifstein, der im rechten Winkel zum Bleistift läuft und diesen, je nach eingestellter Schräglage des Bleistiftes, spitzer oder stumpfer zuschleift.
Nebst solchen Schmirgelapparaten gab es vereinzelte Geräte, die mit eisernen Feilen bestückt waren und vom Wirkungsprinzip her gesehen nah verwandt sind. Der wohl bekannteste und eigenartigste Feilapparat ist der von S. Drake erfundene und bereits 1890 patentierte Perfect Pencil Pointer. Es scheint jedoch, dass dieses hölzerne Gerät, das in der Tat einen Bleistift samt Holzmantel zuspitzte, eher eine Ausnahme bildete, da in späteren Jahren Feilen praktisch ausschliesslich für die Bearbeitung von Minen verwendet wurden. 
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Spitzmaschinen mit Klingen
1909 brachte die Firma Everett Speciality Co. mit Sitz in New York die eher zierliche Everett in den Handel. Die kleine Maschine, die heute nur ganz selten auffindbar ist, ist so merkwürdig wie ineffizient! Denn ihre Schärfvorrichtung besteht aus einem zweiteiligen beweglichen Arm, an dessen Ende eine einzelne Klinge festgeschraubt ist. Jede Umdrehung der Handkurbel versetzt auch diesen Arm in eine analoge kreisende Bewegung, sodass dem Bleistift pro Umdrehung lediglich ein einziger Klingenschnitt verpasst wird. Es erstaunt in der Tat, dass dieser Spitzer, dem wohl nur ein sehr geringer Erfolg beschieden war, überhaupt den Weg in die Kontore und Schulstuben fand. 
Denn in dieser Zeit existierten bereits seit längerem ganz ähnliche, aber wesentlich wirkungsvollere Spitzmaschinen. Gerade die mechanische Eigentümlichkeit und die daraus resultierende Ineffizienz dürften aber der Everett zur heutigen exklusiven Attraktivität verholfen haben. 
Ihre grosse Konkurrentin war allen voran eine Spitzmaschine der Automatic Pencil Sharpener Co. (APSCO), welche schon drei Jahre früher, also 1906, patentiert und hergestellt wurde und gleichsam der Verkaufsschlager unter den klingenbesetzten Modellen war. Sie, die stets namenlos blieb und schlicht als  Automatic Pencil Sharpener bezeichnet wurde, verfügt über einen Klingenstern mit drei Zacken, wodurch die Spitzleistung gegenüber der Everett um ein Dreifaches erhöht wird. 

(Patentnummer 300982)
Mit dieser Konstruktion wurde sozusagen die mechanische Basis für die vielen Gerätevarianten mit drei- oder mehrteiligen Messersternen gelegt. In Deutschland beispielsweise liess Emil Grantzow aus Dresden schon 1915 eine „Schreibstiftspitzmaschine mit konischer Lagerhülse und neben dieser drehbar lagerndem Schneidwerkzeug“ patentieren.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde dieses Grundmodell von Grantzow immer wieder technisch verändert, verbessert oder vereinfacht, sodass bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine beachtliche Zahl von entsprechenden Apparaten, vorwiegend europäischen Ursprungs, den Markt bereicherten. Mit wohlklingenden, sprechenden und fremdsprachigen Namen wie AVANTI, CLOU, STUDIUM, JUMBO, OLYMPIC, LION oder auch solchen, die an die griechische Mythologie erinnern, wie etwa EROS, APOLLO etc. taten diese kleinen Dinger tagein tagaus und ohne grosse Wartung ihren Dienst.
Alle diese anmutigen Spitzmaschinen, wie auch Johann Faber’s VELO, waren offensichtlich sehr beliebt, sei es aufgrund ihrer erwiesenen Zuverlässigkeit oder dank ihrer guten und einfachen Handhabung. Sie gehörten sowohl in Schreibstuben als auch Klassenräumen gleichermassen zum technischen Rüstzeug oder Inventar und wurden selbst im Taschenformat angefertigt. 
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Apparate mit Scheibenfräsern
Innerhalb bloss eines halben Jahres wurden 1896 zwei Maschinen produziert, die beide trotz ihrer völlig verschiedenen Konstruktionsweise eine bisher unbekannte und dennoch überraschend ähnliche Schärfvorrichtung vorzuweisen hatten; einen Scheibenfräser! 
Am 17. März 1896 wurde im „United States Patent Office“ und einen Tag später im „Kaiserlichen Patentamt“ von der A.B.Dick Company in Chicago der PLANETARY PENCIL POINTER (PPP) angemeldet. Dieser Spitzer war nun der erste Apparat, der mit zwei sich drehenden Schärfscheiben besetzt war, die „gleichzeitig mit ihrer eigenen Rotation eine Bewegung um den Bleistift erhalten, sodass die Bewegung derselben eine sogen. Planetenbewegung ist“. Dank dieser Anordnung schneiden die Fräser von der Spitze her gegen den Holzkörper, wobei der unterschiedliche Durchmesser der zwei Scheibenfräser dafür sorgt, dass sie auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit laufen und den Stift dadurch nicht einklemmen.
Im Gegensatz zu den meisten andern Geräten ist bei diesem Pencil Pointer die Bleistifthalterung aber derart konstruiert, dass der Bleistift unverrückbar festgeklemmt wird und so weder eine Drehung um seine eigene Achse ausführt – was aufgrund der beiden um ihn kreisenden Scheiben auch nicht mehr vonnöten ist – noch kontinuierlich vorwärts geschoben werden kann. Diese Fixierung des Bleistiftes bewirkt somit unvermeidlich, dass der Stift im Laufe der Bearbeitung immer wieder aus den Klemmen befreit und ein kleines Stück vorgeschoben werden muss, was der ganzen Raffinesse des Getriebes leider ziemlich störend entgegenwirkt.
Rund 6 Monate später, am 22. September 1896, wurde im „Deutschen Reiche (...) ein Apparat (...) zum Anschärfen von Blei-, Kreide- & Schieferstiften“ patentiert, der als zweites bekanntes Modell einen scheibenförmigen Fräser verwendete. 
Die Firma Guhl & Harbeck in Hamburg lancierte ihren ersten berühmten JUPITER, mit dem doppelschneidigen Fräser und der frontseitig angebrachten Kurbelscheibe, dem nicht nur in europäischen Landen ein grosser Erfolg bevorstehen sollte.
Auch in den USA, wo er von Favor, Ruhl & Company vertrieben wurde, fand er alsbald grosse Anerkennung. Der massive, doppelseitige „Drehscheibenfräser“ mit seiner gewaltigen und fast überbordenden Schärfleistung brachte ihm einerseits zwar den Übernamen ‚Bleistiftfresser’ ein, die durchgehend solide Bauweise verhalf ihm aber andererseits überall zum Durchbruch, sodass er um die Jahrhundertwende selbst in einschlägigen amerikanischen Fachzeitschriften in hohen Tönen angepriesen wurde: „The Jupiter can safely be recommended as one of the very best.“ 1905 kam das nächste Modell, der JUPITER 1, auf den Markt. Dieser war nun mit einer Abfallschale ausgestattet und wies im Wesentlichen folgende Modifikationen auf:
• seitliche Kurbelscheibe • kleinerer, einseitiger Fräser, welcher aufgrund der neuen Übersetzung von der Spitze her gegen den Stift schneidet • schrittloser bzw. direkter manueller Vorschub des Stiftes.
Mit dem Patent von 1928 schliesslich präsentierte der JUPITER 2 eine neue wichtige Verbesserung, indem „der Schlitten, mit welchem der Stift vorgeschoben wird, selbsttätig festgestellt und gesperrt wird, sobald der Bleistift fertig gespitzt ist und die geschärfte Spitze gegen den als Begrenzung dienenden Widerstand stösst.“ Kurz: Der JUPITER 2 erhielt nicht nur eine Stoppvorrichtung, die den früher möglichen Stiftverschleiss beendete, sondern ebenso ein hervorragendes Image und eine noch grössere Verbreitung, sodass er europaweit in vielen Amtsstuben heimisch wurde.
Ohne auf weitere Details oder spätere Varianten einzugehen, sei hier letztlich noch die Anmerkung erlaubt, dass wohl kaum eine andere Bleistiftschärfmaschine mit einer derart eindrucksvollen und überzeugenden Entwicklungs- und Erfolgsgeschichte aufwarten kann. Es verwundert deshalb auch keineswegs, dass die jupitersche Konstruktionsart vielfach Vorbildcharakter annahm und zu manchen Imitationen reizte.
Vor allem in Europa zeigten sich mit wachsendem Jahrhundert mehr und mehr verwandte Nachbildungen, wie etwa das tschechoslowakische Leichtmodell OMES, die österreichische VINDOBONA aus Aluguss, die deutsche TRIOH (1930), die als einzige Spitzmaschine einen ‚rückseitig’ angebrachten Scheibenfräser besitzt, die schwedische ESA oder die finnische Sparvariation VALMET usw.
Zieht man gar noch die amerikanische WEBSTER (1900) oder den QUAIL (DRGM, um 1905), die beide quasi eine technische Synthese aus dem PLANETARY und dem JUPITER bilden, in die Betrachtung mit ein und berücksichtigt man zudem die unverwüstliche IDUNA (1. Patent 1919; Zusatzpatent 1922) sowie ihr fleischerrotes Schweizer Pendant CARAN D’ACHE (1935), so zeichnet sich bei all diesen Scheibenfräsermaschinen eine klare Tradition ab: Sie sind in der Tat – wie ihre grossen und würdigen Namen oftmals andeuten – fast ausnahmslos äusserst robuste und währschafte Objekte, die für nahezu ewigen Gebrauch konzipiert wurden.
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Der Vormarsch der Walzenfräser
Noch bevor sich die Firma Automatic Pencil Sharpener Co. (APSCO) in Chicago mit den erwähnten Messerstern-Maschinen profilierte, liess sie schon einige Jahre früher, nämlich am 09. Januar 1900, eine Erfindung patentieren, die ein so ungewöhnliches wie bahnbrechendes Schneidewerkzeug verwendete; den Walzenfräser. WIZARD hiess bezeichnenderweise der Spitzapparat, der mit grosser Wahrscheinlichkeit als erste Maschine solche zylindrische, um den Bleistift kreisende Walzenfräser benutzte.
Ob hierfür ein Rasenmäher Pate stand oder analoge walzenförmige Fräser oder Schäler – die möglicherweise schon länger in der holzverarbeitenden Industrie im Einsatz waren – den Anstoss gaben, soll und kann hier nicht eingehender eruiert werden. Vielmehr interessiert in diesem Rahmen die Tatsache, dass die APSCO in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts ein Fräserteil mit gedrehten Schneidekanten hervorbrachte, das insbesondere für die Fabrikation kleinerer Spitzmaschinen wegweisend wurde und heute beinahe deren ganze Palette dominiert.
Überraschend scheint jedoch nach wie vor der Umstand, dass sich Spitzmaschinen, die mit einem einfachen Messerstern ausgerüstet waren, noch jahrzehntelang neben diesen mechanisch wesentlich anspruchsvolleren Geräten behaupten konnten, was wohl eben gerade in der schlichten Bauweise, der problemlosen Bedienung und sicher auch der günstigen Herstellung begründet liegt.
Nichtsdestotrotz setzten innert weniger Jahre verschiedene Firmen, namentlich auch die Boston Pencil Pointer Co. in Waltham, auf derartige ein- oder zweiwalzige Apparate, die dank der hohen Schärfleistung und feinen Schärfqualität auch zunehmend leichter gebaut werden konnten und häufig nur noch ein durchsichtiges Kunststoff- oder dünnwandiges Blechgehäuse hatten.
Die APSCO blieb aber weiterhin äusserst aktiv und wartete anfangs des zweiten Dezenniums bereits mit einer andern Innovation auf: Sie ergänzte und verbesserte das Grundmodell à la WIZARD mit einer automatischen Zugvorrichtung, die dazu diente, den Bleistift während des Spitzvorgangs gleichmässig vorwärts zu transportieren. Mit diesem kombinierten System – Federzug und Walzenfräser – erreichte die APSCO schon vor rund 90 Jahren eine bis heute kaum übertroffene und bewährte Harmonie. Und das Urgerät erhielt, wohl nicht ganz von ungefähr und rückblickend bestimmt zu recht, den unmissverständlichen Namen CLIMAX.  
Doch auch im europäischen Raum blieben die findigen Konstrukteure nicht untätig: Frederick Edward Vesey Raines aus Greenwich wurde mit seiner Idee erstaunlicherweise fast zur gleichen Zeit im kaiserlichen Patentamt vorstellig und meldete hier 1905 sein Auslandspatent an. Dieses betraf eine spitzende Neuheit, die zwar noch keinen Federzug für den Stifttransport hatte, dafür aber einen Walzenfräser mit verstellbarem Neigungswinkel, wodurch beim Bleistift verschiedene Spitzformen erzeugt werden konnten.
Eugen COURANT aus Berlin wiederum vereinigte in seiner gleichnamigen Maschine von 1912 ebenfalls die beiden amerikanischen Neuerungen von Zugvorrichtung und Walzenfräser, bot darüber hinaus aber noch ein weiteres praktisches Kontruktionselement an, das „eine einfache und schnelle Entfernung des Fräsers aus dem Gehäuse (gestattete), der auf diese Weise bequem nachgeschärft und gereinigt werden (konnte), was die Betriebsfähigkeit der Vorrichtung wesentlich erhöht(e)“.  
Lässt man summa summarum den Blick über andere verwandte Ausführungen schweifen, wie etwa die amerikanische RONEO, die deutsche KOH-I-NOOR oder ESCO, so ist unschwer zu übersehen, dass all diesen an sich eher kleineren Geräten noch etwas anderes gemeinsam war: Sie alle hatten in der Regel einen äusserst massiven und schweren Sockel, sodass sich deren Besfestigung am Pult mittels Schrauben oder Schraubzwinge erübrigte.
Aus heutiger Perspektive heisst dies, dass der Spitzmaschinenbau, insbesondere bei diesem Typus mit Walzenfräsern, in mechanisch-technischer sowie materieller Hinsicht schon vor fast 100 Jahren einen ersten Höhepunkt und fantastischen Standard erreichte. Gleichsam einem Drang nach Grösserem gehorchend, wurden in Deutschland aber auch solche Walzenfräser-Modelle hergestellt, die an die jupitersche Dimension anknüpften und ähnliche Ausmasse erreichten. So kam um etwa 1910 der sehr seltene MATADOR auf den Markt, der einen konischen Fräser hatte und gemäss Katalog von 1912 aus „vorzüglichem Material“ bestand. Zwar etwas leichter gebaut als der JUPITER, stand er diesem längenmässig jedoch in nichts nach und stellte sein hochwertiges Schärfvermögen ebenfalls unter Beweis.
Mit zum Kreis dieser langen ‚Werkbänke’ gehörte ferner die fast unbekannte TRIDO. Auch sie stammte aus deutscher Produktion, und ihre Eigenart lag unter anderem darin, dass ihr Fräser – im Unterschied zu den meisten andern Geräten – nicht planetenartig um den Bleistift kreiste, sondern sich an Ort um seine Achse drehte und der Bleistift ebenso eine gegenläufige axiale Drehung vollführte.
Ab den dreissiger Jahren wiederholt sich in zunehmendem Masse nunmehr auch hier eine Tendenz, die sich schon bei den Maschinen mit Messersternen abzeichnete: Da gut funktionierende Basismodelle bestehen, verflacht die Motivation, Unkonventionelles zu erfinden, und die weitere Entwicklung beschränkt sich primär auf den Einsatz neuer Materialien, vorzugsweise Kunststoff, oder auf die Optimierung kleiner Details. Ob aus dem Hause Staedtler, Dahle, Boston, Faber-Castell, Caran d’Ache etc.; die Maschinen rücken konstruktionsmässig immer näher zusammen und ihre Abgrenzung verlagert sich mit wachsender mechanischer Standardisierung auf ein bislang der Funktion untergeordnetes Kriterium, das Design! Diesem neuen ästhetischen Element, das vor allem durch den Gebrauch von Kunststoff und seine gestalterischen Möglichkeiten immer mehr in den Vordergrund tritt und letztlich zum bestimmenden Markenzeichen avanciert, kann in diesem Zusammenhang jedoch aus diversen Gründen nicht weiter nachgespürt werden.  
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Das Unikum
Eine Maschine bedarf allerdings wegen ihrer Einzigartigkeit noch einer besonders aufmerksamen Zuwendung: FAMULUS nennt sich sinnigerweise der spitzende Gehülfe, der erstmals 1905 mit Patentschrift 177096 von Heinrich F. Hambruch in Deutschland angemeldet und 1909 mit dem Zusatzpatent von Wilhelm Kober & Co. in Suhl ergänzt wurde. Seine Spezialität beruht in einer einmaligen und exklusiven Schärfvorrichtung, die sich von allen andern bekannten Bleistiftschärfern klar abhebt. Denn „nach vorliegender Erfindung kommt an Stelle der bisher verwendeten breiten Scheiben oder Walzen ein schmaler Fräser nach Art einer Kreissäge in Anwendung, der mit Leichtigkeit wie eine gewöhnliche Kreissäge (...) nachgeschärft werden kann.“ 
Tatsächlich verwendet der FAMULUS ein dünnes gezähntes Sägeblatt, das durch den Kurbelantrieb eine hohe Drehgeschwindigkeit erzielt und so den tangential herangeführten Stift mit den schmalen Zähnen spitz zufräst. Allerdings verlangt diese Konstruktion eine sehr feine Abstimmung von Bleistiftvorschub, Neigungswinkel und Drehgeschwindigkeit, da schon bei geringer Ungenauigkeit oder Nachlässigkeit der einen oder andern Einstellung die Gefahr besteht, dass die Zähne des Blattes die Stiftspitze abbrechen oder einen Teil der Mine herausreissen. Die subtile Handhabung dürfte deshalb wohl ursächlich dafür gesorgt haben, dass der FAMULUS Sklave seiner selbst blieb und zu keinen Nachbildungen animierte.  
Dieser Bleistiftschärfer mag nun abschliessend noch einmal vorbildlich veranschaulichen, dass um die vorletzte Jahrhundertwende eine faszinierende Fülle an Erfindungsgeist und Produktionslust vorherrschte und immer wieder mechanisch-technisches Neuland erobert wurde. Zudem spiegelt die industrielle Entwicklung in diesem kleinen Büromaschinensektor exemplarisch wider, dass schon damals auf verschiedenen Ebenen ein reger weltweiter Austausch stattfand, was man heute gerne als neuzeitliche Errungenschaft wähnt und in modernem Jargon mit ‚Globalisierung’ etikettiert.
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